Samstag, 30. August 2008

Ich packe meinen Koffer...

Langsam wird es Zeit. Schon Übermorgen geht es los und praktisch alles ist vorbereitet. Doch was nimmt man mit? Schon im letzten Eintrag habe ich das maximal zulässige Gewicht des Reisegepäcks von 20kg erwähnt und nun steht man vor dem Kleiderschrank. Bei mir ist es eine Mischung aus einem weiblichen "Ich-hab-nichts!-zum-anziehen-Seufzer" der doch des öfteren von der Frage verdrängt wird wann ich mir diesen oder jenen Schund eigentlich zugelegt habe.
Nun gut, es hilft alles nichts und so begann ich, ganz Kopfmensch, sämtliche Kleidungsstücke die in Frage kommen herauszulegen und dann beim direkten Packen des Rucksackes zu entscheiden. Bauchgefühl sozusagen.

Kommen wir zum zweiten Punkt: Papiere. Neben dem Reisepass haben sich über die Zeit eine ganze Menge Papiere und Unterlagen angehäuft die alle irgendwie ihre ganz eigene und individuelle Daseinsberechtigung haben.
So ist neben der DIN-A 4 Seite der, in englisch verfassten, Auslandskrankenversicherungsbescheinigung, Impfpass, die Bankkarten, Visabestätigung und Flugschein auch die Liste all der Adressen und Telefonnummern hinter denen sich Freunde und Verwandte verbergen die irgendwann mal Post erwarten, zu ordnen und möglichst platzsparend aber sicher einzupacken. Wie dies jedoch geschehen wird steht noch in den Sternen.

Drittens ist weit weniger materiell, sondern eher gefühlsmäßigen Ursprungs. Was für Erinnerungen und daraus folgende Vorsätze aus denen sich im Idealfall konkrete Vorhaben ableiten lassen nimmt man mit. Und, man bedenke das Gepäckgewicht, das hier, ja ich weiß, nicht mehr physisch greift aber: Welche dieser Erinnerungen streift man ab und lässt sie zurück.
Mitnehmen werde ich die Hoffnung auf ein spannendes und ereignisreiches Jahr. Denn auch in den nicht so schönen Momenten sollte einen diese Hoffnung begleiten und Mut machen es immer weiter zu probieren. Dann werde ich die Leidenschaft für das Motorradfahren mitnehmen und möglichst oft ausleben, denn durch einen Tagesausflug nach Hannover, bei der ich eine alte Schulkameradin aus der Grundschule besuchte, habe ich mal wieder festgestellt, dass ich "Genussfahrer" bin. Dann habe ich weiter den Vorsatz gefasst mich am Segeln zu probieren und das Great Barrier Reef auf dem Seeweg zu erkunden. Bereits vor einigen Wochen habe ich mir von Großeltern und Onkel alle wichtigen Seemansknoten zeigen lassen und, ich gestehe, ab und zu heimlich geübt.
Zurücklassen werde ich die deutsche und vor allem bremische Kleingeistigkeit. Hanseatischer Flair und lockere Lebenshaltung können ziemlich einengend sein wenn einige Leute sie zu intensiv und egoistisch auslegen.
Es ist wichtig mal rauszukommen und sich anzuschaun wie es anderswo in der Welt zugeht. Die Welt ist größer als Bremen und Deutschland ist nicht der Nabel dieser.
Ich wünsche mir das ich all dieses erreichen werde.

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