Nachdem ich mich hier eine ganze Weile nicht mehr gemeldet habe, kommt nun ein neuer Eintrag. Wir haben fast den ganzen November in Stanthorpe, einem Ort gut 200km westlich von Brisbane verbracht, um unsere Reisekasse beim Fruitpicken ein wenig aufzufuellen. Gearbeitet haben wir auf einer Aprikosen und Nektarinenfarm die gut 30km von unserem Campingplatz entfernt in relativ grosser Einoede zu finden war. Die letzten Meter gingen ueber eine Outbackpiste, die mit Wasserbarrieren in Form von Erdwaellen gespickt war. Wirklich gut waren die nur mit unserem Pajero zu bezwingen, Jaspers Auto hat, egal was man an fahrerischen Kniffen aus der Trickkiste holte, immer aufgesetzt. In Stanthorpe selber ist nicht wirklich etwas zu tun. Eine Ampel, einen haufen hoechst seltsamer Leute und viele Farmen drumherum. Einen Abend haben wir ein paar Probleme mit Locals gehabt, denen war wohl langweilig und uns sicher auch. Also hat man sich ein bisschen gerieben und ist dann von dannen gezogen. Ansonsten haben wir jeden morgen Kangarus auf dem Weg zur Arbeit gesehen und uns fest vorgenommen eines anzufahren um guenstig anbein paar Steaks fuer das Abendessen zu kommen. Was in Deutschland als Wilderei verboten ist, interessiert hier niemanden. Ein Kanguru haben wir nicht angefahren, aber dafuer einen Papagei der, bevor er ueber die Strasse geflogen ist, wohl nicht richtig geschaut hat. Er steckte dann den Rest des Tages von uns unbemerkt zwischen unserem Kangarufaenger und dem rechten Blinker. Immerhin haben wir ihn dann aber anstaendig begraben. Ein paar Federn als Trophae musste er dennoch lassen. Sonst kann man in Stanthorpe noch gut Angeln, Enno und Jasper haben sich ein paar Angeln gekauft und hatten sogar ein paar mal Erfolg.
Ein hoechst zweifelhaftes Erlebnis bezueglich des Spasses hatten wir, als Jasper 'vergessen' hatte zu tanken und wir mitten im Outback ohne Sprit stehen geblieben sind. Gluecklicherweise hatten wir einen Arbeitskollegen, der uns mit Sprit aushalf, aber als der Wagen nicht ansprung und wir einen Mechaniker 'konsultierten', fanden wir heraus, dass die Kraftstoffpumpe defekt ist. Da half nur noch Abschleppen. Also zurueck zum Campingplatz, den Pajero angeworfen und Jaspers Auto in der Daemmerung ohne laufenden Motor und somit ohne Servolenkung und quasi nicht funktionieren Bremsen ueber die teils huegelige Outbackstrasse zu einem Mechaniker geschleppt. Fuenf Stunden spaeter, 50$ fuer Pizza, 30$ fuer einen Kasten Bier fuer den hilfsbereiten Kollegen sowie letzenendes 200$ Reparaturkosten rundeten das Erlebniss auch fuer unseren Geldbeutel ab. Fuenf Dollar haetten gereicht um genug Sprit zu haben um nach Haus zu kommen.
Sonst waren wir viel Feiern, grade weil das Wetter sehr schlecht war und mit der Zeit formte sich eine kleine Gemeinschaft der Backpacker, die auch alle auf Obstfarmen arbeiteten. Einmal ging es sogar nach Surfers Paradise, um dort am 'Schoolies', quasi den australischen Abifahrten teilzunehmen. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall, obwohl sehr viel Polizei unterwegs ist und Trinken in der Oeffentlichkeit 75$ kosten kann. Wahlweise kann man auch das teuer gekaufte Bier vor den Augen der Ordnungsmacht auskippen. In Deutschland ein Kulturgut, in Australien eine quasi verbotene Substanz. Das tut weh.
Nachdem wir unsere Arbeit in Stanthorpe beendet haben, sind wir zu einer Gastfamilie gefahren, bei der wir ziemlich verwohnt werden und als Ausgleich beim Bau der Poollandschaft ca. 1-2 Stunden am Tag helfen. Soweit so gut, Weihnachten wird am Strand gefeiert und Silvester melde ich mich aus Sydney.
Samstag, 29. November 2008
Abonnieren
Posts (Atom)